Seite 8 von 17
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 1. Jan 2017, 22:03
von Shatterhand24
mugwort hat geschrieben:kleinerhalef hat geschrieben:.. mich hatte sehr gestört, daß sie im Jagdleder tauchen!
Ob es für "Ausziehen" zu kalt war? Ich habe die Doku nur "nebenbei" gesehen - aber hatten die nicht so weiße Neoprendinger unter dem Kostüm?
Ja hatten sie. Da hat Wotan Wilke Möhring noch auf englisch gesagt das sie jetzt die Fetisch Szenen drehen. Das fand Nik Xhelilaj extrem Lustig
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 1. Jan 2017, 22:06
von Bastian
Kennt jemand die SF-Romanserie Perry Rhodan? In dieser Serie wird seit den 60er Jahren eine fiktive Zukunftsgeschichte der Menschheit erzählt welche sich mittlerweile über mehrere Jahrtausende erschreckt. Vor einigen Jahren führte der Verlag eine weitere neue Serie ein: Perry Rhodan NEO. In dieser Serie wird die Geschichte neu erzählt. Manche Figuren fehlen (noch), manches läuft ganz anders ab als in der ursprünglichen Serie welche weiterhin wöchentlich erscheint.
Kennt jemand die Krimiserie Jerry Cotton? Erscheint heute noch wöchentlich seit den 50er Jahren. Vor einiger Zeit begann der Verlag die ebook-Serie Jerry Cotton Reloaded. Alles von Anfang neu erzählt mit starken Abweichungen. Der Partner und beste Freund von Cotton ist nun eine Frau mit ähnlichem Namen, aber eher distanziert und unfreundlich. Trotzdem spannende Romane.
Kennt jemand alle verschiedene Versionen von Sherlock Holmes die im Laufe der Jahre erschienen sind? Hier wurde auch viel geändert und trotzdem hat vieles seinen Reiz und sorgt dafür, dass die Figur und ihr Autor bis heute allgemein bekannt sind. In „Sherlock“ ermittelt ein moderner Sherlock Holmes in der heutigen Zeit. In der US-Serie „Elementary“ ebenfalls, nun nicht mehr in London sondern in New York und die größte Änderung hier ist Joan Watson. Aus dem langjährigen Partner und Freund John Watson wurde eine Frau und trotzdem ist die Serie sehr gelungen.
Genau so, sollte man auch mit dem Stoff von Karl May verfahren. Es kann und darf ruhig unterschiedliche Interpretationen geben. Damit ehrt man Karl May und seinem Vermächtnis am meisten. Das muss nicht jedem gefallen, aber es ist auch kein Sakrileg.
Bei der neuen Reihe war von Anfang an bekannt, dass es keine Nacherzählung der alten Filme sein wird und das es keine reine Buchverfilmung sein wird, auch wenn Elemente hier und dort übernommen wurden. Ein Kampf mit Winnetous Vater wäre eine Nacherzählung von Winnetou 1 gewesen, einer von leider nur 4 ordentlichen Filmen der ursprünglichen Reihe. Der Rest war lächerliches Klamauk und als Kind gefielen mir deshalb viele Filme eher weniger. Selbst mein Großvater, welcher die Bücher in verschiedenen Auflagen besitzt und alle mehrfach gelesen hat, ist mit mir hier einer Meinung. Die für uns vertretbaren Filme sind Winnetou 1, Der Schatz im Silbersee (lag vor allem auch an Götz George und Karin Dor), Im Tal der Toten und Old Shatterhand.
Da bereits im Vorfeld bekannt war, dass der Mythos Winnetou keine Nacherzählung oder getreue Romanverfilmung sein wird, verstehe ich in diesem Punkt die Kritik nicht. Das Film-Team hatte dies von Anfang an nicht behauptet und die allermeisten welche sich für Karl May interessieren haben doch im Vorfeld davon gelesen und kritisieren nun oftmals genau diesen Punkt. Man wusste doch was zu erwarten war und hätte sich die Filme ja nicht ansehen müssen.
Der zweite Teil des Dreiteilers war schwach. Allerdings kann ich mit den Mexikanern in Westernfilmen eher selten etwas anfangen. Wenn dann muss schon Clint Eastwood mit dabei sein. Man hätte Shatterhands Kostüm und seinen Antrag auch in Teil 1 oder zu Beginn des dritten Films unterbringen können, ebenso die Gewehre und Sam Hawkens und seine Bella. Aber Teil 1 und 3 haben uns (3 Generationen) schon gut gefallen und unterhalten. Einen Höhepunkt hatte immerhin auch Teil 2 zu bieten, der Blick des Indianerjungen und Sam Hawkens als Shatterhand irgendeinen Froschlaut als Eule verkaufen wollte. Hawkens Blick drückte aus was alle dachten…..“Schrei doch gleich Hallo hier sind wir….“.
Das Nscho-tschi nicht gestorben, mit Shatterhand sogar verheiratet ist und beide auf einer Farm leben, damit komme ich genauso gut klar wie mit einer weiblichen Watson als Partnerin von Sherlock Holmes. Diese Punkte haben mir gut gefallen, interpretierten den Stoff halt neu.
Schauspielerisch war das meiste OK bis gut und hatte nur wenige „Aussetzer“. Diese gab es allerdings leider auch. Die Besetzung von Nscho-tschi war natürlich herausragend. Gegen eine Fortsetzung, welche zeitlich zwischen den Teilen 2 und 3 spielt hätte ich nichts einzuwenden. Einen Sommer für „Abenteuer“ kann man ruhig zeitlich dazwischen legen ohne das es zu größeren Unstimmigkeiten kommt. Muss ja nicht unbedingt bei RTL sein, aber wenn die Filme auch wieder vor der Ausstrahlung als DVD oder BR zu kaufen sind ist mir auch dies schlussendlich egal.
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 1. Jan 2017, 22:48
von markus
Sehr gut Bastian, so sehe ich das auch.
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 1. Jan 2017, 22:50
von Hermesmeier
Möhring war der beste Karl May, den ich bisher gesehen habe (besten Dank an die Maske), und gleichzeitig der schlechteste Shatterhand (einen weniger herzlichen Dank ans Drehbuch). Kein Held, schon gar kein omnipotenter. Nicht einmal selbstbewusst auftreten durfte er, was besonders bei der Gerichtsszene ärgerlich ist. Dafür fände man bei May zahlreiche und bessere Vorlagen.
Und Möhrung sollte ganz dringend zum Logopäden. In dem Beruf, den er ausübt, sollte man sprechen können. Über das Nuscheln von Till Schweiger hat man sich so oft lustig gemacht. Dabei gäbe es hier viel mehr Anlass. Ich habe teilweise nicht verstanden, was er sagte.
Winnetou war kein Winnetou. Viel zu viel Geplapper. Ausstrahlung hätte er zeigen können, aber man ließ ihn nicht.
Starke Frauenrollen.
Viel zu viele Versatzstücke aus alten Filmen (vor allem Der mit dem Wolf tanzt, aber auch Die Brücke am Kwai, Zwei glorreiche Halunken und Spiel mir das Lied vom Tod). Wie viele "Loco"s ich schon in Western gesehen habe, einschließlich dem, der schon im Titel so heißt, kann ich gar nicht aufzählen.
Film 2 ist komplett Trash. Es lohnt sich nicht, einzelnen Blödsinn zu markieren. Die anderen gingen als Western so durch. Ich war ganz passabel unterhalten, muss die Filme aber nicht noch einmal sehen.
Die Bösewichte haben wieder die herausragenden Rollen. Die Schauspieler durften sich nach allen Regeln der Kunst austoben und haben davon dankbar Gebrauch gemacht. Sekundiert wurden sie durch guten Text. Und es hat wohl auch nicht geschadet, dass sie sich bei Christoph Waltz was abgeguckt haben. Sieht man von Sam Hawkens und seiner angetrauten Bordsteinschwalbe ab, hat man sich nur bei den Übeltätern um echte Charaktere bemüht.
Über das ahistorische bei RTL haben sich ja schon einige geäußert. Der Verwurf ist aber nur insofern gerechtfertigt, als man ja vorgab, realistischer sein zu wollen als in den Sechzigern. Da legt man sich mit unstimmiger Geschichtsdarstellung selbst herein. Aber: May selbst war genauso ungenau resp. schlecht informiert, insofern könnte man die Fehler sogar wohlwollend als May-Nähe auslegen. Albernheiten allerdings verzeihe ich nicht, und dann stört mich auch das Unglaubwürdige im Umfeld dieser vorgeblichen Gags:
Statt Alkohol bringt Karl May also Schokolade in den Westen mit und sammelt die Bildchen - ohne Album. Es hätte Stollwerck sein müssen, aber das wäre Köln gewesen und nicht Leipzig, wie im Film behauptet. Rattler nennt Karl May einen Diplom-Ingenieur. Diesen akademischen Titel gibt's im Deutschen Reich aber erst seit Oktober 1899. Es mag Geschmackssache sein, aber über solche Gags kann ich nicht lachen.
Zu viele Schmankerl für die Fans der alten May-Verfilmungen (Cameo-Auftritte von Marie Versini, Gojko Mitic und Mario Adorf), und immer wieder Martin-Böttcher-Einsprengsel in die Filmmusik. Gerade letzteres führt zu faulen Kompromissen. Lasst doch die Komponisten etwas Eigenes machen und zwingt ihnen nicht Takte von Vorgängern auf. Natürlich führt das auch dazu, dass die Fans unsinnigerweise den neuen Dreiteiler mit den alten Filmen vergleichen. Das verbietet sich aber, weil eine Fernsehproduktion eben keine Kinoproduktion ist. Äpfel lassen sich nicht mit Birnen vergleichen.
Dadurch, dass man so viele alte Motive bei Handlung, Musik und Bild verwendet hat, fehlt diesem Dreiteiler das Eigenständige. So wird das nichts mit einem Mythos. In den Sarg des alten hat man nur noch ein paar Nägel eingeschlagen.
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 1. Jan 2017, 23:41
von mugwort
Hermesmeier hat geschrieben:Möhring war der beste Karl May, den ich bisher gesehen habe (besten Dank an die Maske), und gleichzeitig der schlechteste Shatterhand (einen weniger herzlichen Dank ans Drehbuch). Kein Held, schon gar kein omnipotenter. Nicht einmal selbstbewusst auftreten durfte er, was besonders bei der Gerichtsszene ärgerlich ist. Dafür fände man bei May zahlreiche und bessere Vorlagen.
Und Möhrung sollte ganz dringend zum Logopäden. In dem Beruf, den er ausübt, sollte man sprechen können. Über das Nuscheln von Till Schweiger hat man sich so oft lustig gemacht. Dabei gäbe es hier viel mehr Anlass. Ich habe teilweise nicht verstanden, was er sagte.
Winnetou war kein Winnetou. Viel zu viel Geplapper. Ausstrahlung hätte er zeigen können, aber man ließ ihn nicht.
Wahnsinn, wie unterschiedlich Wahrnehmungen sein können. Ich hätte zu beiden - Shatterhand und Winnetou - genau das Gegenteil schreiben können. Mach ich auch noch, irgendwann. Hab grade leider wenig Zeit ....
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 2. Jan 2017, 06:29
von markus
Es gibt auf der DVD Untertitel in den Einstellungen meine ich.
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 2. Jan 2017, 08:50
von Hermesmeier
Erstens habe ich die DVDs nicht, und zweitens darf ich ja wohl erwarten, dass Schauspieler so akzentuiert sprechen können, dass ich ihnen im Fernsehen auch ohne Untertitel folgen kann.
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 2. Jan 2017, 12:44
von kleinerhalef
genau - hatte ja geschrieben: "Aber Neopren hätte mir noch weniger gefallen....."
was natürlich nichts daran ändert, daß man intelligenterweise erst den ganzen See abtaucht, bevor man nachdenkt, was "im Bauch des Götzen" bedeuten könnte.
Hermesmeier und Bastian kann ich nur zustimmen!
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 2. Jan 2017, 14:21
von markus
Also ich konnte alle Schauspieler gut verstehen, auch ohne dieses akzendingsbums.
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 3. Jan 2017, 12:23
von Helmut
mugwort hat geschrieben:Hermesmeier hat geschrieben:Möhring war der beste Karl May, den ich bisher gesehen habe (besten Dank an die Maske), und gleichzeitig der schlechteste Shatterhand (einen weniger herzlichen Dank ans Drehbuch). Kein Held, schon gar kein omnipotenter. Nicht einmal selbstbewusst auftreten durfte er, was besonders bei der Gerichtsszene ärgerlich ist. Dafür fände man bei May zahlreiche und bessere Vorlagen.
Und Möhrung sollte ganz dringend zum Logopäden. In dem Beruf, den er ausübt, sollte man sprechen können. Über das Nuscheln von Till Schweiger hat man sich so oft lustig gemacht. Dabei gäbe es hier viel mehr Anlass. Ich habe teilweise nicht verstanden, was er sagte.
Winnetou war kein Winnetou. Viel zu viel Geplapper. Ausstrahlung hätte er zeigen können, aber man ließ ihn nicht.
Wahnsinn, wie unterschiedlich Wahrnehmungen sein können. Ich hätte zu beiden - Shatterhand und Winnetou - genau das Gegenteil schreiben können. Mach ich auch noch, irgendwann. Hab grade leider wenig Zeit ....
Wie man aus den Filmen das Gegenteil herleiten könnte, dazu fehlt mir (wahrscheinlich) völlig die Phantasie.
Ansonsten bin ich weitgehend der gleichen Meinung wie Wolfgang.
Helmut
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 3. Jan 2017, 15:57
von Bender
Hallo.
Ich hatte mich auf den 3-Teiler gefreut. Am Ende blieb mir im wahrsten Sinne des Wortes der Mund offen stehen. Ich weiß nicht ob ich begeistert oder traurig sein soll.
Für mich persönlich zuerst einmal ein gut gemachter Western mit tollen Schauspielern und herrlichen Landschaften. Die Indianer sprechen auch eine Indianersprache. Ob nun Lakota oder Apache - der Unterschied dürfte kaum einem aufgefallen sein. Der Indianer (Winnetou) sieht tatsächlich wie einer aus und auch der Rest seines Stammes passt optisch dazu, nicht wie Pierre Brice in den 60ern mit seinem "Indianerkostüm" dessen Gefolgsleute helle Lederstiefel und blaue oder gelbe "Windeln" trugen. Die Westernstadt hatte den Dreck und Schlamm der Wildnis, die es gerade zu erobern galt. Die Bösewichter waren böse.
Jetzt sollte der Film "Die Abenteuer von Karl Müller im wilden Westen" heißen und es wäre in Ordnung.
Aber wo war Winnetou? Zumindest mit der Geschichte von Karl May hat der Film wenig (bis auf die Namen der Protagonisten) zu tun.
Und dann noch (für mich entsetzliche) Fehler.... das geht garnicht. Bei 15 Mio. hätte man bitte mal einem einen Computermit Internetverbindung geben sollen... vielleicht wäre der ein oder andere Fauxpass dem Film erspart geblieben. Tut mir leid, aber ich achte leider auf sowas und es trübt meinen Filmgenuss.
1. Old Shatterhand war laut Karl May bekennender Christ.
2. Wann spielte die Handlung? Ich schätze gegen 1870? Die Grenze von Sachsen zu Polen gibt es erst seit 1945. Vorher war Schlesien dazwischen. Und um genannte Zeit war Polen aufgeteilt unter Preußen, Habsburg und Russland. Es gab dieses Land also grad garnicht. Und der Spruch mit dem Koffern ..... bediehnt nur aktuelle Klischees und ist nichtmal witzig.
3. Das Fass im Silbersee.... würde luftgefüllt untergehen und wenn niemand drin ist auch so bleiben???
4. Was hat der Chtulu jetzt bei den Indianern verloren?
usw, usw, usw
Meiner Meinung nach wurde die Chance vertan etwas großartiges zu machen. Die Möglichkeit bestand.
mfG Bernd
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 4. Jan 2017, 21:02
von Bärentöter
Der Mythos lebt! Jeden Tag auf BR HD um 2015! ! ! (bis zum 06.01.17)..und da bin i dahoam!!!!
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 5. Jan 2017, 18:37
von allwanderer
Hermesmeier hat geschrieben:Möhring war der beste Karl May, den ich bisher gesehen habe (besten Dank an die Maske), und gleichzeitig der schlechteste Shatterhand (einen weniger herzlichen Dank ans Drehbuch). Kein Held, schon gar kein omnipotenter. Nicht einmal selbstbewusst auftreten durfte er, was besonders bei der Gerichtsszene ärgerlich ist. Dafür fände man bei May zahlreiche und bessere Vorlagen.
Und Möhrung sollte ganz dringend zum Logopäden. In dem Beruf, den er ausübt, sollte man sprechen können. Über das Nuscheln von Till Schweiger hat man sich so oft lustig gemacht. Dabei gäbe es hier viel mehr Anlass. Ich habe teilweise nicht verstanden, was er sagte.
Winnetou war kein Winnetou. Viel zu viel Geplapper. Ausstrahlung hätte er zeigen können, aber man ließ ihn nicht.
Film 2 ist komplett Trash. Es lohnt sich nicht, einzelnen Blödsinn zu markieren. Die anderen gingen als Western so durch. Ich war ganz passabel unterhalten, muss die Filme aber nicht noch einmal sehen.
Die Bösewichte haben wieder die herausragenden Rollen. Die Schauspieler durften sich nach allen Regeln der Kunst austoben und haben davon dankbar Gebrauch gemacht. Sekundiert wurden sie durch guten Text. Und es hat wohl auch nicht geschadet, dass sie sich bei Christoph Waltz was abgeguckt haben. Sieht man von Sam Hawkens und seiner angetrauten Bordsteinschwalbe ab, hat man sich nur bei den Übeltätern um echte Charaktere bemüht.
Sehe ich genauso. Winnetou als "Plappermaul" gefiel mir gar nicht, optisch war er okay. Old Shatterhand war kaum "Held". Die Greenhornrolle wurde übertrieben. Die Schurken fand ich super und Sam Hawkens war gottlob nicht "albern", für meinen Geschmack aber ohne Pfiff. Etwas langweilig und in seinem Sprechen eher ausdrucksarm.
1x die Filme gesehen, reicht mir.
Und, was die musik betrifft, hätte man ohne Anleihe an Matin Böttcher komponieren sollen. Vorwiegend düstere Sounds. Der "Ohrwurmcharakter" fehlt ohnehin.
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 6. Jan 2017, 13:40
von reinhardhh
Dann will ich auch einmal meinen Senf zu den neuen Filmen dazugeben. Teil 1 hat mir eigentlich gut gefallen, toller Einstieg, gute Figuren. Ärgerlich fand ich die vielen Veränderungen nach dem Motto unbedingt keinen May so zu lassen, wie er im Buch war: Warum hieß der Säuferindianer Tangua, jeder andere Name hätte es doch auch getan, warum war Sam Hawkens plötzlich ein McCloud und wieso wurde er von den Apachen und nicht von den Pawnees skalpiert. Warum hat die Apachen ein Engländer unterrichtet und nicht der gute alte Klekhi Petra? Warum waren Iltschi und Hatatitla plötzlich Schecken, es gab doch genügend schwarze Pferde am Set? Das sind alles ärgerliche Kleinigkeiten, die sich aber summieren und überhaupt nicht nötig gewesen wären. Teil 2 hätte "Das Gold der Apachen" heißen sollen, denn mit dem Silbersee hatte der Film ja nun überhaupt nichts mehr zu tun, dann wäre es eben wenigstens reine Fancfiction gewesen, ohne Grund zur Ärgernis. Und Teil 3 hatte zumindest wieder tolle Schurken und nicht einen albernen liebestollen Mexikaner. Ich find es einerseits toll, dass es endlich wieder neue Filme gibt, aber ich kämpfe noch mit mir, ob der Daumen mehr nach oben oder mehr nach unten zeigt.
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 7. Jan 2017, 12:39
von Hermesmeier
Den Kampf hat mein Daumen längst verloren.