Sylvia hat geschrieben:Und glaubt Ihr denn wirklich, dass man mit irgendeiner Maßnahme die Leute dazu bringen kann, May bekannter zu machen. Was wollt Ihr denn? May in der Schule?
Ich will - und darin unterscheide ich mich prinzipiell von der KMG und vielen andern - gar nichts. (Ausser meinen Spass zu haben bei der Lektüre von May.)
Sylvia hat geschrieben:Und keine Seitenhiebe auf den Monsieur! May selber hat sich stellenweise für Old Shatterhand gehalten..
Quod licet Jovi non licet bovi. ;o)
Sylvia hat geschrieben:May ist doch nun in jeder Fassung zu haben, nicht? Lesen die Leute nun mehr May? Nö. Und würden sie mehr lesen, nur weil ein lLiteraturwissenschaftler sagt, May sei literaturwissenschaftlich besonders wertvoll?
Wie Du selber schon festgestellt hast: Beide Male ganz klar "nein". Aber in der sog. "Szene" hält sich offenbar dieser Glaube. Anders kann ich mir nicht erklären, warum auch Nicht-Literaturwissenschafter so verzeifelt nach einer HKA rufen.
giesbert hat geschrieben:Was wissen wir von Goethe oder von Schiller?
Wir, Giesbert, sehr viel. Otto Normalverbraucher wird allenfalls wissen, dass die beiden dicke Freunde waren, in Weimar lebten und dass Schiller in seiner Schreibtischschublade faulende Äpfel hielt, weil ihn der Geruch beim Dichten stimulierte, während Goethe ein alter geiler Bock war ...
giesbert hat geschrieben:Sylvia hat geschrieben:So ganz ist mir das auch noch nicht klar, worauf Sandhofer hinaus will.
Mein Tipp: das weiß er auch nicht so recht ;-)
Doch. Ich reagiere allergisch auf Leute und/oder Institutionen, die da glauben, eine Mission haben zu müssen. Der Germane kann ja offenbar May nicht lesen, ohne dass ihn ein pädagogischer Furor packt, und er einen Verein gründet, der May zu lesenswerter und absolut unabdingbarer Hochliteratur erklärt, die nun natürlich der Masse mit allen Mitteln zugeführt werden müsse. Wie mein Lieblingslord zu sagen pflegt: "Nonsense!"
giesbert hat geschrieben:Und statt dessen ganz naiv seine Jetztzeit auf die Antike projiziert. Und prompt glaubt, Homer sei doch quasi selbstverständlich. (Was er natürlich nicht ist.)
Sicher gibt es jenseits dieses schlichten Verständnisses mehr bei Homer. Aber es ist m.M.n. dieses schlichte Verständnis, das grundlegend dazu beiträgt, Homers Werke am Leben zu erhalten. Alles andere ist Sekündär(literatur). Wenn, wie ich Sylvia verstehe, einzig das Sekundäre dazu beitragen soll, das Werk eines Autors zu erhalten, sind wir im Bereich des Spezialisten, der Klopstock, Fischart und Gellert liest. Der Spezialist hat ebenso wie die historisch-kritische Betrachtung und Ausgabe seine Berechtigung - kein Zweifel. Aber Spezialisten schreiben und arbeiten immer nur für andere, gleichgeartete Spezialisten. Massentauglich ist so was nicht.
$ 0.02