Martin Böttcher und "Der Ölprinz"

Waldläufer
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Martin Böttcher und "Der Ölprinz"

Beitrag von Waldläufer »

Hallo liebe Karl May-Film Freunde!

Ich wollte das Forum mal wieder zu seinem eigentlichen Zweck benutzen und über einen Karl May-Film diskutieren!

Habe gestern den Ölprinzen zum vielleicht 35igsten mal gesehen und besonders diesmal ist mir aufgefallen, dass es Martin Böttcher (oder war es Arno Florr?) diesmal stellenweise nicht ganz so harmonsich gelungen ist die Szenen musikalisch zu untermalen (Ausnahmen natürlich!).

Oft folgt eine Melodie nahtlos an die andere ohne richtige musikalische Überblendung, oder herausragenden Szenenwechsel. Als Zuschauer hat man da das Gefühl es wurde zu hart geschnitten und der Film war in der Urfassung doch länger ( Ich weiss er war es nicht).Man hat oft gar nicht Zeit sich auf die Melodie + Szene richtig einzustellen.
Auch die Szenen die musikalisch begleitet werden, haben in meinen Augen oft eher unbedeutenden Charakter. Dieser Punkt ist natürlich sehr subjektiv.

Wahrscheinlich war es 1965 doch der enorme Arbeitsauftrag, der zu einer ehe schnellen und manchmal doch lieblosen musikalischen Bearbeitung führte.

Natürlich ist der Chinla-River-Song und die Ölprinz-Melodie absolute spitze und auch am Schluss herrlich eingesetzt. Hier ist Gänsehautgarantie! Auch die Harmonium-Version mit Überblendung in eine Orchestrierung ist sehr sehr schön geworden.

Der größte Fehler war es in meinen Augen den Film fast zur Hälfte fast nur an einem Drehort spielen zu lassen ( Wagenlager an der Cetina). Hier bekommt der Film stellenweise Kammerspielcharakter. Man vergeliche dazu einmal Winnetou 1.Teil!
Was mir auch immer auffällt, hat allerdings nichts mit der Musik zu tun, ist der triste Farbton des Filmes. Besonders am Anfang in Chinla sieht man deutlich dass es "Winter wird in Kroatien". Die Szenen in denen der Mohn blüht sind dann auch noch Nachtaufnahemn. Auch dazu wieder die herrlichen satten Farben eines "Winnetou 1.Teil" oder "Winnetou 3. Teil" im Vergleich. In den wunderbaren Universum-DVD Veröffentlichungen kommt der Film auch in der Bildqualität meines Erachtens am schlechtesten weg.
Natürlich gehört der Film trotzdem zum absoluten Muss für mich, allerdings verzeihe ich es Herrn Wendlandt nie, dass er das Potential der May-Filme so schnell hat versinken lassen und zur Massenware hat verkommen lassen. Was hätte gerade "Der Ölprinz" für ein Film werden können!
Harald Philipp hat das Seine im negativen Sinne dazu beigetragen. Er mochte es wohl ganz besonders Winnetou als den grinsenden Onkel von Nebenan darzustellen ( siehe auch "Apanatschi")

So long

Der Waldläufer"
markus
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Re: Martin Böttcher und "Der Ölprinz"

Beitrag von markus »

Waldläufer hat geschrieben:Ich wollte das Forum mal wieder zu seinem eigentlichen Zweck benutzen und über einen Karl May-Film diskutieren!
Wo die Damen und Herren "Leben-und-Werk-Fans" natürlich nichts zu suchen haben;-)).
Waldläufer
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Re: Martin Böttcher und "Der Ölprinz"

Beitrag von Waldläufer »

Kann man hier eigentlich keinen Beitrag schreiben ohne einen bescheuerten, kleinkindlichen Kommentar zu erhalten? Es ist wirklich unerträglich!! Ich habe ja bereits mehrfach dazu Stellung genommen.

Markus, vielleicht ist es Ihnen oder Dir entgangen, dass der Beitrag ins Forum mit Unterforum "Karl May im Film" gestellt wurde?

Was soll das?
markus
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Re: Martin Böttcher und "Der Ölprinz"

Beitrag von markus »

Jetzt regen Sie sich mal nicht so auf. Es war ein Mißverständnis. Sie schrieben aber "Forum" statt "Unterforum" oder ähnliches, also deutete ich es aufs gesamte Forum. Ich bitte deshalb vielmals um Entschuldigung. Nur drücken Sie sich das nächstemal eben etwas unmißverständlicher aus, dann klappts auch mit dem Nachbarn;-)).

Im übrigen hätten Sie auch anhand meines Smileys erkennen können, daß ich das gar nicht so Ernst nahm. Aber die Filmfreunde machen ja gerne aus einer Mücke einen Elefanten, this clear. Das ist man schon so gewöhnt. Wären die Werkfreunde auch so, sie würden vor lauter Elefantenherden gar nichts mehr erkennen;-)).

Zur Wiedergutmachung (Wenn sie denn erwünscht ist, ansonsten lassen wirs) hier, bitteschön: http://www.youtube.com/watch?v=fea1h-DJsZM

;-)
guenni
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Re: Martin Böttcher und "Der Ölprinz"

Beitrag von guenni »

Natürlich gehört der Film trotzdem zum absoluten Muss für mich, allerdings verzeihe ich es Herrn Wendlandt nie, dass er das Potential der May-Filme so schnell hat versinken lassen und zur Massenware hat verkommen lassen. Was hätte gerade "Der Ölprinz" für ein Film werden können!
Harald Philipp hat das Seine im negativen Sinne dazu beigetragen. Er mochte es wohl ganz besonders Winnetou als den grinsenden Onkel von Nebenan darzustellen ( siehe auch "Apanatschi")


Wer den Filmmarkt gut beobachtet hat und ich glaube das hat Herr Wendlandt, der sah die Italo-Western mit Django und Co am Horizont.
Zwar war 64 noch nicht das Jahr der Italo-Hits in deutschen Kinos aber mit Filmen wie "Die letzten zwei von Rio Bravo" wurde eine neue Westernzeit eingeläutet.
Auch die Produktion des Westerns "Für eine Hand voll Dollars" mit seinem 64 ger Start in Italien und 1965 in Deutschland wir einem Brauner oder Wendlandt nicht verborgen geblieben sein.
Das mit der Musik vom Ölprinz werde ich mir einmal in aller Ruhe anhören!
Waldläufer
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Re: Martin Böttcher und "Der Ölprinz"

Beitrag von Waldläufer »

Wer den Filmmarkt gut beobachtet hat und ich glaube das hat Herr Wendlandt, der sah die Italo-Western mit Django und Co am Horizont.
Zwar war 64 noch nicht das Jahr der Italo-Hits in deutschen Kinos aber mit Filmen wie "Die letzten zwei von Rio Bravo" wurde eine neue Westernzeit eingeläutet.
Auch die Produktion des Westerns "Für eine Hand voll Dollars" mit seinem 64 ger Start in Italien und 1965 in Deutschland wir einem Brauner oder Wendlandt nicht verborgen geblieben sein.


Das trifft sicherlich auf die May-Filme ab 1966 zu, aber 1965 wollte Herr Wendlandt einfach nur schnell Kasse machen. Man griff immer mehr zu Insertmaterial und vorhandenen Kulissen.
Ein sorgfältig inszenierter Film pro Jahr wäre sicherlich das Optimum gewesen. Hinzu kam sicherlich auch die Konkurenz durch die CcC.
Mit Filmhistorie und Marktentwicklung hatte das meines Erachtens zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts zu tun. Später sicherlich- er scheiterte aber daran ja auch kläglich.
Wenn ein Produzent wirklich Winnetou-Filme wie im früheren Stil (Silbersee, Winnetou 1. Teil)hätte verfilmen wollen, hätte er das sicherlich mit mehr Liebe getan. Denn auch Old Firehand ist zwar ein Versuch den Italo-Western abzukupfern, aber trotzdem ohne "Liebe " zum eigentlichen Stoff hergestellt.
Übrigens ein Abklatsch von den "Glorreichen Sieben".
Ich hätte Rod Cameron als Firehand gerne in einem typischen Reinl-FIlm gesehen! Und die treuen May-Film anhänger der frühen 60er sicherlich auch.
Duke
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Re: Martin Böttcher und "Der Ölprinz"

Beitrag von Duke »

Waldläufer hat geschrieben:Wer den Filmmarkt gut beobachtet hat und ich glaube das hat Herr Wendlandt, der sah die Italo-Western mit Django und Co am Horizont.
Zwar war 64 noch nicht das Jahr der Italo-Hits in deutschen Kinos aber mit Filmen wie "Die letzten zwei von Rio Bravo" wurde eine neue Westernzeit eingeläutet.
Auch die Produktion des Westerns "Für eine Hand voll Dollars" mit seinem 64 ger Start in Italien und 1965 in Deutschland wir einem Brauner oder Wendlandt nicht verborgen geblieben sein.


Das trifft sicherlich auf die May-Filme ab 1966 zu, aber 1965 wollte Herr Wendlandt einfach nur schnell Kasse machen. Man griff immer mehr zu Insertmaterial und vorhandenen Kulissen.
Ein sorgfältig inszenierter Film pro Jahr wäre sicherlich das Optimum gewesen. Hinzu kam sicherlich auch die Konkurenz durch die CcC.
Mit Filmhistorie und Marktentwicklung hatte das meines Erachtens zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts zu tun. Später sicherlich- er scheiterte aber daran ja auch kläglich.
Wenn ein Produzent wirklich Winnetou-Filme wie im früheren Stil (Silbersee, Winnetou 1. Teil)hätte verfilmen wollen, hätte er das sicherlich mit mehr Liebe getan. Denn auch Old Firehand ist zwar ein Versuch den Italo-Western abzukupfern, aber trotzdem ohne "Liebe " zum eigentlichen Stoff hergestellt.
Übrigens ein Abklatsch von den "Glorreichen Sieben".
Ich hätte Rod Cameron als Firehand gerne in einem typischen Reinl-FIlm gesehen! Und die treuen May-Film anhänger der frühen 60er sicherlich auch.
Wer seinen Schauspielern per Vertrag drei oder vier Filme pro Jahr zusichert, muss natürlich entsprechend produzieren. Und wer an das Interview mit Kelo Henderson im Programm zum "Schatz der Aztekten" denkt, der an den Erfolg seiner 26 Men-Serie erinnert, der kann sich vorstellen, welche Vorstellungen die deutschen Produzenten damals gehabt haben. Kino- mit TV-Serien gleichzusetzen, ist schon sehr abenteuerlich. Letztlich bewegen sich die Karl-May-Filme mit ihren schablonenhaften Plots aber eben auf der Ebene alter Film-Serien wie Hopalong Cassidy oder Three Mesquiteers. Nur waren das B-Filme für den Schnell-Konsum, die aber dennoch handwerklich besser sind als die deutschen Produktionen. Wendtland und Brauner hätten sich aber an Bond oder Matt Helm orientieren sollen und müssen. Oder einfach auf Stewart Granger hören.

Was Firehand und die glorreichen Sieben angeht, ich sehe da eher Parallelen zu Rio Bravo.

Happy Trails

Michael
markus
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Re: Martin Böttcher und "Der Ölprinz"

Beitrag von markus »

Wer den Film "Old Firehand" mit "Die glorreichen Sieben" oder gar mit einem Western mit John Wayne vergleicht, der kann in meinen Augen nicht mehr alle.......

;-))
Duke
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Re: Martin Böttcher und "Der Ölprinz"

Beitrag von Duke »

markus hat geschrieben:Wer den Film "Old Firehand" mit "Die glorreichen Sieben" oder gar mit einem Western mit John Wayne vergleicht, der kann in meinen Augen nicht mehr alle.......

;-))
Nach Joe Hembus ist jeder, der mehr als 1000 Western gesehen hat (hab ich!!) , automatisch im Stande der Gnade und über jede Kritik dieser Art erhaben.. ;) Und ansonsten: Der Bruder eines Outlaws wird eingesperrt und von einer Gruppe Außenseiter in einem terrorisierten Städtchen verteidigt... Wie in Rio Bravo. Natürlich ist Vohrer kein Hawks, aber die Grundidee ist die Gleiche. Winnetou I wurde schließlich auch von Robin Wood DeMille-Grandeur bescheinigt und Brice mit Rock Hudsons Taza verglichen.

Außerdem ist Firehand-Darsteller Rod Cameron mehr noch als Granger die einzige wirkliche Verbindung der Karl May-Filme zum klassischen Western. Ich finde auch "Old Firehand" als Western gar nicht mal so schlecht. Kein Barker und kaum Brice, das macht einen solchen Film viel erträglicher. In Marquis Warrens "Charro" wird die gleiche Geschichte übrigens noch mal variiert, und da ist "Firehand" sogar besser.

Michael
Duke
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Re: Martin Böttcher und "Der Ölprinz"

Beitrag von Duke »

Außerdem, in Vohrers Unter Geiern wird auch John Wayne/John Ford zitiert, es gibt Hommagen an Stagecoach und The Searchers
Reiner
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Re: Martin Böttcher und "Der Ölprinz"

Beitrag von Reiner »

Die Macher der Karl-May-Western bewegten sich auf fremden Terrain. Wie sie sich darauf schlugen, ist schon einzigartig! Natürlich benötigten die deutschen Filmemacher auch tatkräftige Kommentare von Western-erfahrenen Männern. Daraus entwickelte sich eine eigene Marke Western.

Alte Filmserien wie Hopalong Cassidy oder Three Mesquiteers profitierten von ihrer western-erfahrenen Crew, die ihr Handwerk kannte. Der Vergleich mit den May-Western hinkt aber m. E. doch, da der Aufwand der Umsetzung bei May wesentlich höher war. Viele US-Western der B-Gattung wirken heute antiquiert. Etwas, was man über die Karl-May-Western eher nicht sagen kann. Auch von der Besetzung, die gegenüber den Serials doch weitgestreuter war.
Duke
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Re: Martin Böttcher und "Der Ölprinz"

Beitrag von Duke »

Reiner hat geschrieben:Die Macher der Karl-May-Western bewegten sich auf fremden Terrain. Wie sie sich darauf schlugen, ist schon einzigartig! Natürlich benötigten die deutschen Filmemacher auch tatkräftige Kommentare von Western-erfahrenen Männern. Daraus entwickelte sich eine eigene Marke Western.

Alte Filmserien wie Hopalong Cassidy oder Three Mesquiteers profitierten von ihrer western-erfahrenen Crew, die ihr Handwerk kannte. Der Vergleich mit den May-Western hinkt aber m. E. doch, da der Aufwand der Umsetzung bei May wesentlich höher war. Viele US-Western der B-Gattung wirken heute antiquiert. Etwas, was man über die Karl-May-Western eher nicht sagen kann. Auch von der Besetzung, die gegenüber den Serials doch weitgestreuter war.
Dass viele B-Western (Serials und Serien müssen da ja auch noch unterschieden werden) heute antiquiert wirken, liegt wohl einfach daran, dass deren klassische Zeit in den 40-ern zu Ende ging. Trotzdem stehen die Karl May-Filme den alten Serienprodukten einfach von der Produktionsmentalität näher als US- oder auch italienischen A-Filmen. Auch in der Karl-May-Serie finden sich letztlich immer die gleichen Protagonisten, läuft die Handlung immer nach einem gewissen Grundmuster ab, wurde sogar relativ schnell schon auf Stock-Shots zurückgegriffen. Sicher waren die Filme der 60-er aufwändiger produziert. Trotzdem können sie weder handwerklich noch schauspielerisch und vor allem vom dramatischen Anspruch mit TV-Serien wie Virginian oder Gunsmoke (bei all deren budgetbedingten Einschränkungen) aus der gleichen Zeit mithalten. Und das ist das für mich eigentlich Erstaunliche, das Leute wie Granger, Walter Barnes, Rod Cameron, Barker oder auch Guy Madison offensichtlich keinerlei Einfluss auf die deutschen Produzenten oder Regisseure hatten, was gewisse handwerkliche Grundlagen angeht. Offensichtlich waren die Italiener da viel offener, weil die "Spaghettis" zumindest von Leone, Tessari oder Sollima von Anfang an auf einer ganz anderen Qualitätsebene abgelaufen sind.

Und so neu war das Terrain für deutsche Filmemacher auch nicht. Luis Trenker oder Herbert Selpin haben 30 Jahre vorher wesentlich stärkere Filme abgeliefert, die einen Vergleich mit zeitgenössischen US-Western sehr viel weniger zu scheuen hatten.

Michael
Reiner
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Re: Martin Böttcher und "Der Ölprinz"

Beitrag von Reiner »

Ich bezweifele, dass es in vielen US-B-Western viel bessere schauspielerische Leistungen gab als bei Karl May. Nicht selten kamen in den Serials doch überhaupt keine Schauspieler, sondern eigentliche Stuntmänner, Countrysänger, Holzfäller, Lastwagenfahrer etc. zum Einsatz. Spätere Fernseh-Westernserien profitieren natürlich in einzigartiger Weise von den vielen ambitionierten Schauspielern, die in Gastrollen auftraten. Aber die Titeldarsteller waren auch eher keine Schauspieler, sondern Genre-passende Gesichter. Den dramatischen Anspruch von Hollywood kann man auch nicht unbedingt mit den KM-Western gleichsetzen. Die genannten Leute (Barker, Barnes, Cameron etc.) haben schon Einfluss auf die Umsetzung der "Kraut-Western" genommen. Erinnern wir uns an Ausstattungsdetails oder (Charles Wakefields) Ergänzung zur Blutsbruderschaft (zwar kein Karl May, aber bei den Gerstäcker-Produktionen haben die Leute viel auf Brad Harris gehört). Als die Karl-May-Western auf den Markt kamen, hatte der Hollywood-Western seinen Höhepunkt schon überschritten. Internationale Kritiken bescheinigen dem deutschen Western durchaus seine Qualitäten.

Und natürlich war es für die US-Amerikaner viel einfacher quasi vor der Haustüre zu drehen. Nicht in einem fernen Land namens Jugoslawien, wo jede Veränderung des Drehortes sicher auch schon mehr Geld kostete, als wenn man in der Mojave Wüste dreht und die Woche darauf in Lone Pine.

1965 als DER ÖLPRINZ gedreht wurde, gab es den Hollywood-Western klassischer Prägung nicht mehr. Da gab es Filme wie Apache Uprising (Kritik: "ohne jeglichen Wirklichkeitsbezug") mit Altstar Rory Calhoun. Natürlich folgte im nächsten Jahr etwa EL DORADO... das Genre in den USA produzierte aber nur noch in Ausnahmen Klassiker.
Zuletzt geändert von Reiner am 9. Okt 2009, 20:23, insgesamt 1-mal geändert.
Reiner
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Re: Martin Böttcher und "Der Ölprinz"

Beitrag von Reiner »

... Harald Philipp dürfte wohl nur zum Einsatz gekommen sein, weil die bewährten Kräfte Reinl und Vohrer anderweitig verpflichtet waren. Die Serienproduktion musste aber weitergehen. Während in Hollywood viele erfahrene Westernregisseure zur Verfügung standen, hatte Wendlandt dieses Glück leider nicht.
markus
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Re: Martin Böttcher und "Der Ölprinz"

Beitrag von markus »

Duke hat geschrieben:
markus hat geschrieben:Wer den Film "Old Firehand" mit "Die glorreichen Sieben" oder gar mit einem Western mit John Wayne vergleicht, der kann in meinen Augen nicht mehr alle.......

;-))
Nach Joe Hembus ist jeder, der mehr als 1000 Western gesehen hat (hab ich!!) , automatisch im Stande der Gnade und über jede Kritik dieser Art erhaben.. ;)
Hast du sie auch richtig gesehen? Es kommt nicht allein auf Quantität, sondern auch auf Qualität an;-).
Duke hat geschrieben:Der Bruder eines Outlaws wird eingesperrt und von einer Gruppe Außenseiter in einem terrorisierten Städtchen verteidigt... Wie in Rio Bravo.
Das Remake "El Dorado" mit John Wayne und Robert Mitchum fand ich besser. Aber alles Geschmacksache.
Duke hat geschrieben:Außerdem ist Firehand-Darsteller Rod Cameron mehr noch als Granger die einzige wirkliche Verbindung der Karl May-Filme zum klassischen Western. Ich finde auch "Old Firehand" als Western gar nicht mal so schlecht.
Kann ich nicht so beurteilen. Ich kann nur sagen, ich habe fast alle KM-Filme der 60er Jahre gesehen, die bekanntesten mehrere Male, die weniger bekannten nur so ein- bis zweimal, und da muß ich sagen daß (nicht alle) die Filme, die am wenigsten was mit May zu tun haben (Werkmäßig), vom filmischen her am besten sind. Da wäre "Old Shatterhand" und "Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten" genannt. Von den bekannten mit relativ wenig May-Bezug wäre das "Der Schatz im Silbersee" (Okay, er hat schon gewissen Bezug zum Buch, aber es fehlt ne ganze Menge was das Buch ausmacht).

Übrigens stammt die Musik von "Old Shatterhand" wohl nicht von Martin Böttcher. Die Titelmelodie erinnert stark an die aus "Die glorreichen Sieben". Zumindest erinnert sie an Melodien aus US-Western.
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