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Rüdiger

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#1 Beitrag von Rüdiger » 27. Jul 2006, 17:12

Herr Elbs schreibt (S. 53), ihm sei „sehr sauer aufgestoßen“, dass ich die CD mit der Oper „Am Silbersee“ des elfjährigen, in späteren Jahren laut Elbs „zu den ganz großen Vertretern der Spätromantik“ gehörenden Othmar Schoeck (ich habe mich bei Operndramaturgen erkundigt: die Meinungen gehen hier durchaus auseinander) so abqualifiziert habe.

Nun, das ist sein gutes Recht, auch mir stößt gelegentlich das eine oder das andere sauer auf, mal mehr und mal weniger. Damit muß man leben, dies- und jenseits der Alpen.

„Er hat sich dabei selbst als Musikbanause disqualifiziert“ schreibt er dann im nächsten Satz über mich, und das stößt nun mir einigermaßen sauer auf, und so serviere ich denn gern eine Portion retour.

Vielleicht ist Herrn Elbs in seinem heiligen Zorn entgangen, dass ich ausschließlich über die Musik des elfjährigen Schoeck geschrieben habe, nicht über die des „ganz großen Vertreters der Spätromantik“, der dieser später möglicherweise in den Augen des einen oder anderen durchaus gewesen sein mag. Was Schoeck später gemacht hat, darum ging es in der Rezension nicht, und das ist auch völlig egal in dem Zusammenhang. Es ging um die „Silbersee“-CD. Und die Musik des Elfjährigen ist nach meinem Dafürhalten eben so, wie ich es in dem Zeitschriftenartikel habe anklingen lassen: banal und belanglos. Daß das Herrn Elbs, dem (nach meinen bisherigen Eindrücken) vermutlich gefällige Schönrednerei, güldene Worte und schöner Schein lieber gewesen wären, nicht in den Kram passt, ist ja in Ordnung, dass er dann anschließend so undifferenziert & unpräzise daherargumentiert, hilft indes nicht, einen überzeugenderen Eindruck von dem Mann zu gewinnen.

Den Komponisten Othmar Schoeck kannte ich nicht, und er interessiert mich auch nicht. Wenn ich damit die Voraussetzungen erfülle, „Musikbanause“ zu sein, bitteschön. Ob Herr Elbs so viele Opern gesehen und gehört hat wie ich und es an Musikalität mit mir aufnehmen kann, können wir mal offen lassen. Ob er seinerseits alle Komponisten kennt, die mir etwas sagen, ebenfalls. Sollte er den einen oder anderen vielleicht nicht kennen, einen „Musikbanausen“ würde ich ihn deshalb trotzdem nicht nennen. Es gibt feinere Mittel.

;-)

Helmut
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#2 Beitrag von Helmut » 27. Jul 2006, 21:32

Hallo Rüdiger,

die Reaktion von Hr. Elbs ist vielleicht auch, ich will's mal geograpisch nennen geprägt.
Othmar Schoeck (er hat übrigens ein wunderschönes spätromantisches Vilonkonzert geschrieben) gilt eben auch als einer der großen Komponisten aus der Schweiz.

Helmut

OldPetz
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#3 Beitrag von OldPetz » 27. Jul 2006, 23:14

welche, so hart das klingt, nicht viel musikalisches zu bieten hat. selbst beethoven mußte mit seinen variationen über ein schweizer lied den eidgenossen unter die arme greifen ;-)

Rüdiger

#4 Beitrag von Rüdiger » 16. Aug 2006, 09:17

"Er hatte nicht die Absicht, sich auf Gemeinplätzen zu bewegen und an verstopfte Gemüter verzuckerte Pillen auszuteilen"

habe ich gerade in einer Biographie (über Jack London) gelesen.

Paßt auch noch ganz gut hierhin bzw. zum Themenkreis Gefälligkeit, Schönreden, Immer-hübsch-brav usw.

;-)

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