Nr. 117

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Rüdiger

Re: Nr. 117

#46 Beitrag von Rüdiger » 2. Aug 2009, 14:06

guenni hat geschrieben:Ach Rüdiger bleib doch einfach einmal auf dem Teppich.
Es will doch keiner an dem Lack deines May Denkmales kratzen. Er kann auch weiterhin deinen Ansprüchen genügen und recht sprechen über die Meinung eines anderen will auch keiner.
Da ist doch nur die Meinung über eine Ausgabe von Karl May & Co geschrieben worden!
Wir reden aneinander vorbei. Du verstehst mich offenbar nicht.

Du bist, soweit ich das aufgrund einiger bislang spärlicher Indizien beurteilen zu können glaube, ein sympathischer Zeitgenosse, einer, der "das Herz auf dem rechten Fleck hat". (Das schreibe ich nicht weil ich Dir Honig ums Maul schmieren möchte sondern weil es meinem Eindruck entspricht.) Aber offenbar willst Du immer gern ein bißchen an der Oberfläche bleiben, im bequemen, gefälligen, sozusagen ungefährlichen Bereich. Und das ist halt überhaupt nicht mein Ding. Ich will hingucken, auch da wo's unbequem wird. Und mich offen und ehrlich mitteilen, egal, ob ich damit jemand gegen den Karren fahre.

Zur 'Oberfläche' noch, das ist ja gar nichts ungewöhnliches, das ist ja maßlos verbreitet ... In Geburtstags- und sonstigen Runden, die ich ja wenn es irgendwie geht meide, sitze ich immer völlig verständnislos dabei und frage mich, warum spielen sie sich alle gegenseitig gute Laune und dergleichen vor, ist doch langweilig ... sollten wir uns besser z.B. über KZs, Indianerkriege, Beziehungsprobleme oder Lebenskrisen unterhalten, dann wäre so eine Runde mal interessant ...
Zuletzt geändert von Rüdiger am 2. Aug 2009, 21:44, insgesamt 1-mal geändert.

guenni
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Re: Nr. 117

#47 Beitrag von guenni » 2. Aug 2009, 14:21

Ich habe die Bücher -zur Zeit Weihnacht- aus reiner Abenteuersucht gelesen. Für mich teilt May die Menschen in gut und böse ein und lässt nur selten eine Veränderung des Charakters zu. Tiefere Geschichten sind auch nicht mein Wunsch, dass erwarte ich nicht bei May
Vor ein paar Jahren habe ich die Bücher, die ich als Jugendlicher aus der Hand gelegt hatte noch einmal versucht zu lesen. Es ist mir schwer gefallen. Ist es doch eine sehr umständlich Sprache! Für mich!!
Natürlich sind die Filme eine leichte Kost fürs Kinopublikum. Was anderes sollten sie auch nicht sein. Der Erfolg hat ja die Machart der Filme bestätigt.
Ein Versuch die Bücher an den Leser zu bringen ist vielleicht das Buch von Engelbert Gressel mit " Freunde am Marterpfahl".
Damit könnte der Einstig einer neuen Leserschaft möglich sein. Die dann auf diesem Weg ein Original -Welches Buch ist von May Original-in die Hand nehmen.

guenni
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Re: Nr. 117

#48 Beitrag von guenni » 2. Aug 2009, 14:32

Und mich offen und ehrlich mitteilen, egal, ob ich damit jemand gegen den Karren fahre.
Das kann aber auch verletzen! Auch müsste dir mit deiner "Direktheit" der provokante Artikel gefallen haben.
Und auf welcher Familienfeier redet am gerne über ein KZ??
Da gibt es doch ganz andere Runden die einen da befriedigen können.
Meine Meinung!

Rüdiger

Re: Nr. 117

#49 Beitrag von Rüdiger » 2. Aug 2009, 14:35

guenni hat geschrieben:Ich habe die Bücher -zur Zeit Weihnacht- aus reiner Abenteuersucht gelesen.
Ist ja in Ordnung. Es gibt auch Leut' die lesen Philip Roth oder Henry Miller primär wegen der Sexszenen ... Warum nicht.

:-)
guenni hat geschrieben:Für mich teilt May die Menschen in gut und böse ein und lässt nur selten eine Veränderung des Charakters zu.
Das ist ein verbreiteter Irrtum. Er teilt eigene Anteile auf verschiedene Personen auf. Der Carpio in "Weihnacht", das ist er selber, und der Prayer-Man, das ist er auch selber ...

Auseinandersetzung mit eigenen Anteilen. Den Carpio in sich, den schwachen, verängstigten, den wollte er wohl loswerden zur "Weihnachts"-Zeit (kleiner Scherz, die Zeit in der er das Buch schrieb ist gemeint), und mit dem Kriminellen, der da sein eigenes Weihnachts-Gedicht in voller Länge vorträgt, eigene kriminelle Vergangenheit und literarischen Diebstahl ein wenig klammheimlich ironisieren ...

Auf die Weise könnten wir mal eben durchs Gesamtwerk gehen, aber ich habe eigentlich auch noch anderes vor heute nachmittag ...
guenni hat geschrieben:Ein Versuch die Bücher an den Leser zu bringen ist vielleicht das Buch von Engelbert Gressel mit " Freunde am Marterpfahl".
Damit könnte der Einstig einer neuen Leserschaft möglich sein.
Damit ist ja heute schon Fleischers Werner im anderen Thread gekommen. Da sag' ich gar nichts mehr dazu, allenfalls den Spruch vom Krishnamurti, der Berg wird nichts ins Tal kommen, man muß sich schon zu ihm heraufbemühen ... ;-) (Wenn die Leut' Karl May nicht lesen können oder wollen, dann sollen sie es sein lassen. Und sich ein Perry Rhodan oder Micky Maus Heft kaufen, z.B.) ;-]
guenni hat geschrieben:Welches Buch ist von May Original
Weltbild z.B., da biste preiswert und gut bedient.

;-)
Zuletzt geändert von Rüdiger am 2. Aug 2009, 17:25, insgesamt 1-mal geändert.

Rüdiger

Re: Nr. 117

#50 Beitrag von Rüdiger » 2. Aug 2009, 14:44

guenni hat geschrieben: Das kann aber auch verletzen!
Ja, das kann es. Ein früherer Forenteilnehmer, der mich des öfteren verletzte, ohne das zu wollen, sprach in dem Zusammenhang von "Kollateralschäden". Das hat mir gefallen. Ich bin nicht im Wohlfahrtsverein und mit Verletzungen muß man leben können.
guenni hat geschrieben: Auch müsste dir mit deiner "Direktheit" der provokante Artikel gefallen haben.
Warum das denn. Das hängt jeweils vom provokanten Artikel ab. Der vom Fliege, ja, der hat mir gefallen (anderer Thread). Ich muß zustimmen können, sonst gefällt es mir nicht, egal ob provokant oder nicht. Bei dem anderen Artikel konnte ich nur einem Teil zustimmen.
Und auf welcher Familienfeier redet am gerne über ein KZ??
Eine Familienfeier ist schlimmer [als die anderen genannten Dinge, Indianerkriege usw.], hätte ich bald gesagt ... (Glücklicherweise liegt die letzte Familienfeier, an der teilgenommen zu haben ich mich dunkel erinnere, Jahrzehnte zurück ... jetzt gibt es halt noch diese Geburtstags-Runden, beruflich und Freundeskreis meiner Lebensgefährtin, ich selber habe keinen Freundeskreis, und das ist auch gut so ...) Aber im Ernst: zugegeben, KZ war ein krasses Beispiel. Aber dennoch: ich finde solche Themen sehr interessant, und würde mich liebend gerne in diesen mehrstündigen zum Sterben langweiligen Runden über so etwas unterhalten, als kleinkariertem Smalltalk zuzuhören ...

Zurück zum Heft.
Zuletzt geändert von Rüdiger am 2. Aug 2009, 15:23, insgesamt 2-mal geändert.

Helmut
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Re: Nr. 117

#51 Beitrag von Helmut » 2. Aug 2009, 14:45

Lieber Rüdiger,

Deine "Lesart" könnte man - ich beziehe mich hier nur auf diesen Fall "Harry" - ja viel ernster nehmen, wenn sie nicht an einem kranken würde, nämlich daran, dass Du von Kindern und Jugendlichen und deren Verhalten ja sowas von nichts verstehst (wie Du immer wieder in vielfachen Beiträgen nachweist), dass es seinesgleichen sucht. Die werden bei Dir i.w. immer wieder nur als "kleinere Erwachsene" wahrgenommen. Eine Sichtweise, über die schon May im 19. Jahrhundert weit hinaus war. Man braucht da nur die sorgfältige Beschreibung insbesondere von Jugendlichen (aber auch Kindern) zu lesen, und das nicht nur in den Jugenderzählungen (Stolte z.B. hat das in einigen der JBKG sehr gut beschrieben). May war eben - was immer wieder vergessen wird - ein (wie ich meine sehr guter) Lehrer, und verstand es, wie auch einige seiner Briefe zeigen, ausgezeichnet mit (insbesondere) Jugendlichen umzugehen.

Helmut

Rüdiger

Re: Nr. 117

#52 Beitrag von Rüdiger » 2. Aug 2009, 14:51

Helmut hat geschrieben:dass Du von Kindern und Jugendlichen und deren Verhalten ja sowas von nichts verstehst (wie Du immer wieder in vielfachen Beiträgen nachweist), dass es seinesgleichen sucht. Die werden bei Dir i.w. immer wieder nur als "kleinere Erwachsene" wahrgenommen.
Das mag sein. Stichwort Keine Jugend (Ich hielt diese Überschrift ganz früher für eine Art Druckfehler ...)

Den Harry der Geschichte nehme ich aber sehr wohl wahr, und vermutlich auch nicht ganz falsch. Und der unterscheidet sich wohltuend von den zahlreichen in seinem Alter, die hier so auf den Straßen herumhampeln ...

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Re: Nr. 117

#53 Beitrag von markus » 2. Aug 2009, 16:50

Daß auch May wenig Ahnung von Kindern gehabt haben muß, kommt mir in "Der verlorene Sohn" vor den ich grad lese. Auf Seite 75 des Olms-Reprints heißt es, als die beiden Schmiede den kleinen Robert aus dem Schloß entführen: "Er nahm den Mantel, schlug den Knaben hinein und schlich sich davon. Es war ein Wunder zu nennen, daß das Kind nicht erwachte." Das Alter des kleinen wird als 1 Jahr angegeben. Als Säugling fast nicht mehr zu bezeichnen, aber als mein Sohn in dem Alter war, hätte man ihn glatt mit ins Rockkonzert mitnehmen können, ohne daß er besonders oft wach geworden wäre. Also als Wunder kann man es kaum bezeichnen daß er bei der nächtlichen Entführung nicht oder kaum wach wurde (später draußen begann er sich etwas zu regen, vermutlich der Temperaturunterschied, den der Schmied aber mit etwas wiegen wieder zum schlafen brachte, vieleicht wurde er auch nur so wach). Die Schmiede mußten ja allein schon wegen der Bewohner die unten neben der Küche noch wach waren so vorsichtig und leise wie möglich auftreten.

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Re: Nr. 117

#54 Beitrag von Helmut » 2. Aug 2009, 18:56

... über Mays Verständnis des Verhaltens von Säuglingen habe (und wollte) ich allerdings nichts sagen ...

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Re: Nr. 117

#55 Beitrag von markus » 2. Aug 2009, 21:34

markus hat geschrieben:
guenni hat geschrieben:Von Terence Hill zu erfahren das er distanziert, introvertiert und kühl sein soll, das überrascht einen doch. Kennt man in doch nur als lustigen Vogel aus der Mehrzahl seiner Filme.
Ist doch immer wieder erstaunlich wie manche Zeitgenossen von den Rollen der Filme auf den Charakter des Schauspielers schließen "Staun-Smiley".



;-))
Bei Rudi Carrell war er seinerzeit nicht so distanziert, introvertiert und kühl, aber auch hier wars mehr oder weniger nur eine Rolle, beigemischt mit dem privaten Mario Girotti (wers nicht weiß, Terence Hill ist bloß sein Künstlername).

;-)

http://www.youtube.com/watch?v=yhDSMUu7HMM

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Re: Nr. 117

#56 Beitrag von markus » 13. Aug 2009, 22:34

HGS schrieb am 30.Juli:
Der Norden feiert - Die Ausgabe ist soeben in Oldenburg angekommen!!!!
Heute, genau 14 Tage später, darf der Westen endlich auch feiern. Danke liebe Bundesschneckenpost, für eure Eile im Überholspurzeitalter.

;-))

Klaus
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Re: Nr. 117

#57 Beitrag von Klaus » 17. Aug 2009, 17:22

...gilt vielleicht nur für den westlichen Westen.

Ich wohne 40 km östlich von Münster (mittlerer Westen?) und habe das Heft auch schon seit dem 1. August :-))!

Gruß

Klaus

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Re: Nr. 117

#58 Beitrag von markus » 17. Aug 2009, 17:50

Hat sich inzwischen aufgeklärt. Unser Ersatz-Briefträger wird es wohl gewesen sein. Hat es in den letzten Wochen sehr auf Glückwunschkarten und Geburtstagsgrüße mit eventuell vorhandenem Bargeld abgesehen. Auch andersartige Post ist teilweise abhanden gekommen, nicht nur von uns, auch von anderen Leuten, verteilt in Papierkörben im ganzen Stadtgebiet entsorgt was ihm nicht von Wert erschien. Ist letzten Donnerstag von der Polizei auf frischer Tat geschnappt worden, die sich auf die Lauer gelegt hatte. Er hatte es auf das Geld abgesehen um seine Schulden damit zu bezahlen. Es wäre wohl weiter so gelaufen wenn nicht irgendwer eine Anzeige erstattet hätte. Aber da wohl kaum einer eine Glückwunschkarte vermisst von der er nicht weiß daß er sie kriegt, ists verständlich.

Tja, Sachen gibts;-)

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