KARL MAY & Co. Nr. 114

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Rüdiger

Re: KARL MAY & Co. Nr. 114

#91 Beitrag von Rüdiger » 28. Nov 2008, 15:40

Helmut hat geschrieben: Es ist schon eine ziemliche Dreistigkeit, dass Eco seinen Lesern zumutet, bis zum Ende des Romans warten zu müssen, bis endlich der Grund für den Titel dargelegt wird.
Und Beckett erst, Warten auf Godot ...

Da soll bei der Erstaufführung seinerzeit in Berlin der Kultursenator, als der Regisseur sich anschließend verbeugte, verärgert gesagt haben "Iss dett jetzt Godot oder was ..."

;-)

markus
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Re: KARL MAY & Co. Nr. 114

#92 Beitrag von markus » 28. Nov 2008, 20:00

Helmut hat geschrieben: Es ist schon eine ziemliche Dreistigkeit, dass Eco seinen Lesern zumutet, bis zum Ende des Romans warten zu müssen, bis endlich der Grund für den Titel dargelegt wird. Und dann auch noch als lateinisches Zitat "Stat rosa pristina nomine, nomina nuda tenemus"
Ja und wie lautet denn nun der Name der Rose? Klaus, Fritz, Hans, Helene oder gar Roswitha? ;-))

Es gibt dutzende von Lieder in denen der Titel gar nicht vorkommt, noch nicht mal im Refrain. Eine ziemliche Dreistigkeit und Unverschämtheit;-)).

Hermesmeier

Re: KARL MAY & Co. Nr. 114

#93 Beitrag von Hermesmeier » 28. Nov 2008, 22:03

Now we are talking. Es geht doch tatsächlich mal ums Heft, wie die Betreffzeile es verheißt. Wunderbar. Etwas verwundert lese ich hier, dass ein hinkender Vergleich zwischen Karl May und Umberto Eco geboten wird. Ganz abgesehen davon, dass mindestens zwei Ligen dazwischen liegen, hat Eco den Titel seines Romans wenigstens selbst gewählt und zur Titelgebung gleich noch eine "Nachschrift" geliefert, wohingegen May zum Titel erklärtermaßen - wie im Beitrag zitiert - keinen Bezug hatte. Warum sollten dann wir ihn haben und entschuldigen?

Darüber hinaus: Wenn man einigermaßen routiniert liest, hat man das Buch von Eco in zwei Tagen gefressen, wonach dann alle Fragen geklärt sind, wohingegen man beim "Waldröschen" aufgrund der Lieferbedingungen ein ganzes Jahr warten musste, bis eine unbefriedigende, sehr bemühte Erklärung für den Roman geliefert wird. Das eine wie das andere halte ich auch weiterhin für Zumutungen.

Dass die Titelfigur des "Waldröschen" im Roman komplett verzichtbar ist, ohne dass die Handlung schaden nimmt, kommt da noch hinzu, wohingegen man beim "Namen der Rose" auf den Namen sehr gut, aber auf die Figur sicher überhaupt nicht verzichten kann.

Ich finde, hier verbietet sich wirklich jeder literarische Vergleich.

___


Um beim Heft zu bleiben, noch eine Anmerkung zu Reinhard Marheineckes Neuerscheinung "Die Bande der Vermummten". In der Rezension von Helmut Moritz (S. 39) erfahre ich, dass da eine Figur namens Jonathan Birnbaum mitspielt. Nun weckt nicht erst die Tatsache, dass der Name "Birnbaum" auf Schindlers Liste steht, ganz bestimmte Assoziationen, zu denen sich der Vorname "Jonathan" passend gesellt, und ich bin einigermaßen erleichtert, dass es sich hier nicht um einen Geldwechsler oder Trödler handelt, sondern um einen Strickwarenhändler, aber wusste der Verfasser, was er tat, als er diese Semitisme einsetzte? Handelt es sich bei Birnbaum um einen Juden? Falls ja, warum? Falls nicht, wieso der Name? Es wird doch nicht eine Kurzschlussparallele zu Mardin Appelboom aus dem "Guten Kameraden" sein?

reinhardhh
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Re: KARL MAY & Co. Nr. 114

#94 Beitrag von reinhardhh » 28. Nov 2008, 23:49

Um meinen Lesern nicht die Spannung zu rauben, kann ich auf die Frage betreffend des gewählten Namens nicht, bzw. noch nicht antworten, da die Auflösung erst im abschließenden Band der Trilogie erfolgt (und der erscheint erst im Frühjahr 2009). Soviel aber sei schon gesagt, mit Judentum hat das überhaupt nichts zu tun, sondern nur mit englischen Übersetzungen. Und wenn es nicht diesen grauenhaften 9 Millionenfachen Völkermord gegeben hätte, dann würde es auch heute noch an den Namensschildern der Häuser und Wohnungen in unserem Vaterlande von diesen und ähnlichen Namen wimmeln, so wie sie zu der Zeit, in der meine Geschichte spielt üblich und gang und gebe war.

Helmut
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Re: KARL MAY & Co. Nr. 114

#95 Beitrag von Helmut » 29. Nov 2008, 10:55

Weißt Du, lieber Wolfgang, diese Analogie sollte ja eigentlich auch nur aufzeigen, was ich von dem Gebrauch solch starker (dreister ;-) ) Wörter wie "Dreistigkeit" in solchem Zusammenhang halte.

Ich stelle mir gerade vor, wie ein Waldröschen-Abonnent (vor ca. 130 Jahren) sehnsüchtig auf jede Folgelieferung wartet und nicht etwa, weil er den Fortgang der Abenteuer wissen will (wie profan) , sondern weil er endlich, endlich den Auftritt des "Waldröschens" herbeisehnt um endlich den Grund für den Titel zu erfahren.


Helmut

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Re: KARL MAY & Co. Nr. 114

#96 Beitrag von n.f. » 30. Nov 2008, 00:06

Guten Morgen!

Da war noch was:
Rüdiger hat geschrieben:Interessanterweise scheint der Artikel anonym zu sein, ich habe keine Autorenangabe finden können.
Für den Beitrag ist die KARL MAY & Co.-Redaktion verantwortlich.
HGS hat geschrieben:@Nicolas: Ebenfalls ein Klasse Interview. Kann man die Bilder auch kaufen?
Nein. Torsten Hermann möchte seine Karl-May-Ölbilder gern zusammenzuhalten - als ein komplettes bildnerisches Gesamtwerk. Dadurch sei es, wie er mir mitteilte, möglich, eine abwechslungsreiche Ausstellung zu gestalten (wie ab Anfang Dezember in der "Villa Bärenfett" in Radebeul). Der Verkauf von einzelnen Ölbildern würde nach der Ansicht Torsten Hermanns Lücken hervorbringen, die bei jeder neuen Präsentation "spürbar und ärgerlich" wären. Für Auftragsarbeiten steht er aber zur Verfügung.

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Re: KARL MAY & Co. Nr. 114

#97 Beitrag von Christina » 2. Dez 2008, 23:51

Mit den vielen schönen Festspielfotos, Jahrbuch-Deckelbildern und den stimmungsvollen Illustrationen des Torsten Hermann (der später einmal gerne in die Fußstapfen eines Herrn Dömken treten dürfte) ist das Heft wieder einmal ein besonderer Augenschmaus.
Und das Ihr so wunderbare Stimmen wie jene der Herren König, Peters, Halver und Hörbe für eine Lesung habt introduzieren können, ist schlichtweg genial!
Kleiner Wermutstropfen: Das Interwiev mit Nicolas König hätte ich natürlich allzu gerne am Stück verschlungen. ;-)

Macht weiter so!

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Re: KARL MAY & Co. Nr. 114

#98 Beitrag von Kristin » 4. Dez 2008, 11:04

@Christina:
Wie heisst das neudeutsch? Cliffhanger??
...
Vorfreude ist doch auch was Schönes ... :-) Und: Es wird sicherlich noch einen virtuellen nicht-May (bzw. Segeberg) -relevanten Nachschlag geben.

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Re: KARL MAY & Co. Nr. 114

#99 Beitrag von abukital » 4. Dez 2008, 15:30

Für mich war vorallem der Beitrag "Karl May in Kärnten?" interessant.

Ich war nämlich dieses Jahr zufällig selbst in Ossiach,
und bin dort in der Stiftskirche völlig unvorbereitet auf diese beiden Glasbilder gestoßen. Natürlich habe ich auch reichlich Aufnahmen gemacht.

Zwar findet sich auch in der Karl-May-Chronik schon ein bißchen was zur Geschichte dieser Fenster. Der Artikel von Rolf Dernen beantwortet aber noch die eine oder andere zusätzliche Frage äußerst kompetent.

Vielen Dank, Herr Dernen!

Christina
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Re: KARL MAY & Co. Nr. 114

#100 Beitrag von Christina » 15. Dez 2008, 17:42

Kristin hat geschrieben:...
Vorfreude ist doch auch was Schönes ... :-) Und: Es wird sicherlich noch einen virtuellen nicht-May (bzw. Segeberg) -relevanten Nachschlag geben.
@Kristin

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Erfreuliche Info! Super!

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