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Re: Elspe 2021: ''Der Ölprinz''

Verfasst: 19. Jul 2021, 18:32
von tribeman
Ich finde Marco vom Schauspielerischen jetzt aber besser als im letzten Jahr. Es ist eben ein Elsper Urgestein und Stuntman. Aber kein richtiger Schauspieler. Daher schon O.K.
(ein wenig Diät wäre aber gut :) )
Normalerweise hätte er ja auch den Feuerstunt am Schluß gemacht. In der Rolle als Mokaschi ist dies aber nicht möglich. Wer macht denn jetzt den Stunt ?
Seit fast 40 Jahren sehe ich mir die Spiele an und habe auch schon viele Privataufzeichnungen. Daher habe ich natürlich viele Vorstelungen immer wieder mal gesehen und würde mir auch
wünschen, das es mal richtig neue Drehbücher geben würde, aber für die welche nur einmal Jährlich Live gucken ist es meiner Meinung nach O.K. Da sieht man das Stück ja nur alle 5 - 8 Jahre.

Re: Elspe 2021: ''Der Ölprinz''

Verfasst: 20. Jul 2021, 16:41
von mich
Hallo,

die ganze Angelegenheit ist das Konzept von Jochen Bludau. Der meinte ganzen offen in einem Interview (sinngemäß):

Die vorhandenen Drehbücher sind erfolgreich. Sie anzupassen kostet Geld und ist riskant. Elspe ist ein Privatunternehmen ohne öffentliche Zuschüsse. Die meisten Zuschauer kommen in der Jugend für einige Jahre und dann später noch einmal mit Ihren Kindern. Daher reichen die vorhandenen Stücke von der Anzahl her voll aus.

Gute Frage ob sich da mal etwas ändert. Interessant wäre an der Stelle überhaupt mal rein sachlich wem das Elspe Festival denn nun gehört und wer ggf. die Firmenanteile übernimmt. Grob die Hälfte des Jahresumsatzes wird im übrigen durch nicht Karl May bezogene Aktivtäten erwirtschaftet.

Viele Grüße
Michael

Re: Elspe 2021: ''Der Ölprinz''

Verfasst: 21. Jul 2021, 23:49
von silbersee
tribeman hat geschrieben: 19. Jul 2021, 18:32 Ich finde Marco vom Schauspielerischen jetzt aber besser als im letzten Jahr. Es ist eben ein Elsper Urgestein und Stuntman. Aber kein richtiger Schauspieler. Daher schon O.K.
Besser als im (vor)letzten Jahr ist nun auch nicht schwer. Seine Figur finde ich dabei im Übrigen völlig unerheblich, ein stämmiger Häuptling ist ja ok. Aber Gestik, Mimik und (was ich fast am schlimmsten finde) der Iro gehen gar nicht, Sprechtraining könnte man ihm auch mal verpassen. Er vernuschelt, hat keine gute Sprachmelodie etc. Bürkner, Ebert und andere waren in den letzten Jahren erheblich überzeugendere Häuptlinge (ich hab vergessen wer es war, der Juwaruwa des letzten "Halbbluts" war aber wirklich gut). Dass Kühne kein "richtiger Schauspieler" ist - geschenkt, aber keine Entschuldigung. Niemand zwingt die Elsper, uns einen wirklich schlechten Darsteller in einer Hauptrolle vorzusetzen (vor einem potentiellen Großen Wolf im nächsten Jahr graut es mir wirklich).
Alles in allem war das vermutlich das letzte mal Elspe für mich. Mein kleiner Neffe ist jetzt einmal durch alle Stücke durch.
In den vergangene Jahren sind nach und nach positive Enwticklungen wieder zurückgenommen worden, man hat den Eindruck, es muss alles möglichts billig sein. Das betrifft vor allem die Schauspieler.
Tina Mester ist keinen Deut besser als Kühne, Rozbicki ein permanentes Ärgernis. Kolb übertreibt bis zum Chargieren, Lürick in den komischen Rollen könnte besser sein, wenn die Textbücher ihn ließen.
Außer Birkholz und Krah ist nicht viel Positives zu sehen, die guten Darsteller werden in ihren Rollen unterfordert (Bürkner, Schlüter).
tribeman hat geschrieben: 19. Jul 2021, 18:32 würde mir auch wünschen, das es mal richtig neue Drehbücher geben würde, aber für die welche nur einmal Jährlich Live gucken ist es meiner Meinung nach O.K. Da sieht man das Stück ja nur alle 5 - 8 Jahre.
Die Wiederaufführungen von Winnetou II und III haben doch gezeigt, wie einfach es sich Bludau gemacht hat. Er hat sich in den Siebzigern gnadenlosan alten Büchern orientiert. Mein Neffe, der seit 2014 mit mir in Elspe war, ist bei "Winnetou II" sofort aufgefallen, dass er komplette Szenen aus "Unter Geiern" kannte, am Sonntag fragte er, warum denn die selbe Frau (Rosalie Ebersbach) auch schon bei Winnetous Tod dabei war... Davon, dass die Struktur der Stücke ohnehin identisch ist, will ich nicht groß anfangen.
Eins noch zur Musik: Gema hin, Gema her - so teuer können sie gar nicht sein, dass man auf Böttcher verzichtet...

Re: Elspe 2021: ''Der Ölprinz''

Verfasst: 22. Jul 2021, 20:23
von tribeman
DOCH! Gema ist UNVERSCHÄMT teuer geworden. Elspe Bad Segeberg und auch andere Bühnen klagen dagegen. Elspe hat mal mit Laiendarstellern angefangen und mir Persöhnlich gefallen die teilweise besser als die "Profies"
Ich bin damals wegen Meinolf Pape, Jochen Bludau und Peter Hüttemeister nach Elspe gefahren - Pierre Brice kam erst danach.
Jean Mark ist allerdings für mich der beste Winnetou den ich je gesehen habe. Die Meinungen über die verschiedenen Darsteller teilen sich natürlich.
Mir gefallen Kühne,Mester und Co (Kolb ganz besonders) sehr gut.

Re: Elspe 2021: ''Der Ölprinz''

Verfasst: 23. Jul 2021, 00:47
von silbersee
tribeman hat geschrieben: 22. Jul 2021, 20:23 DOCH! Gema ist UNVERSCHÄMT teuer geworden. Elspe Bad Segeberg und auch andere Bühnen klagen dagegen.
Wie teuer denn konkret? Haben wir da Zahlen? Die Tatsache, dass Elspe, Segeberg und Ralswiek dagegen klagen, macht die Behauptung, es sei "einfach nicht mehr tragbar", wie Aßhoff es formuliert hat, sagt noch nichts über die konkrete Erhöhung aus. Und mal ganz grundsätzlich: es ist verdamt gut, dass es die GEMA gibt und Komponisten, Textern und Verlagen (bzw. allgemein den Rechteinhabern) eine angemessene Beteiligung an der gewinnorientierten Nutzung ihrer Werke ermöglicht.
Meinolf Pape ist m. E. überhaupt kein Vergleich zu Kühne - in jeder Hinsicht. Um neben dieser übermächtigen Erinnerung bestehen zu können, braucht es für meinen Geschmack mehr als dieses Laienspiel. Karrenbauer und auch Birgit Pacht waren erheblich besser als Mester.
Zu den Büchern noch eins: Völlig egal, ob Bludau hier mal was Neues probieren sollte - viele der Bücher sind nicht gut. Und werden durch ständige Wiedrholung nicht beser.
In weiten Zügen gelungen finde ich nur "Winnetou I", "Schatz im Silbersee" und mit Abstrichen "Im Tal des Todes", alle anderen haben krasse logische Sprünge und sind eher nach dem Hauruck-Verfahren zusammengeschustert.

Re: Elspe 2021: ''Der Ölprinz''

Verfasst: 23. Jul 2021, 16:13
von Hopple100
Zur GEMA: auch beim Karl May Hörspiel in Bad Segeberg wird auf Böttcher nicht verzichtet. Nach dem Super-GAU-Erlebnis in Elspe
(identisches Stück, gruselige Dialoge, schlechte „Schauspieler“) war ich übrigens sehr skeptisch was dieses Hörspiel betrifft – völlig unbegründet.
Es ist großartig geworden und es stehen echte Schauspieler auf der Bühne, die ihre Rollen mit Leib und Seele „spielen“.
Mal abgesehen von Karl May: ich war gestern zur Generalprobe des Piraten Open Air in Grevesmühlen. Auch hier schafft man es, selbst
unter Corona-Bedingungen, Jahr für Jahr ein neues Stück auf die Bühne zu stellen – mit wesentlich begrenzteren Mitteln als in Elspe.

Re: Elspe 2021: ''Der Ölprinz''

Verfasst: 5. Aug 2021, 15:02
von mich
Hallo,

immer zur Saisonmitte gibt es in jedem Jahr einen Artikel in der örtlichen Presse ...

Wie machen die das nur - Der Feuersprung beim Elspe Festival
https://www.wp.de/region/sauer-und-sieg ... 57569.html
(Paywall)

Übrigens:
Elspe Festival - Tickets für den Ölprinz werden knapp
https://www.wp.de/staedte/kreis-olpe/el ... 96809.html
(Frei)

Viele Grüße
Michael

Re: Elspe 2021: ''Der Ölprinz''

Verfasst: 10. Okt 2021, 17:19
von mich
Hallo,

die Saison in Elspe war "erfolgreich" - 80 000 Zuschauer - KEINE EINZIGE INFEKTION BEI 47 ÖLPRINZ-VORSTELLUNGEN

https://www.wp.de/staedte/kreis-olpe/el ... 68604.html (keine Paywall).

Viele Grüße
Michael

Re: Elspe 2021: ''Der Ölprinz''

Verfasst: 11. Okt 2021, 17:11
von pokaimu
Da kann ich mich der Meinung von Michael nur anschließen. Bei aller Meckerei bzw. Unzufriedenheit über gewisse Dinge in Elspe wie die Qualität von Drehbüchern oder Schauspielern, sollte man doch auch einmal das Positive erwähnen. Ganz vorne an steht zurecht die souveräne Beherrschung der Corona-Pandemie mittels einer klaren, sauberen und reibungslosen Abwicklung. Mir ist beim Besuch der Vorstellung nicht eine einzige Panne in dieser Hinsicht aufgefallen, alles klappte mit ziemlicher Perfektion trotz der ungewohnten Ausnahmesituation (Neuland!) und dem Druck, dem die Veranstalter mit dieser Sondergenehmigung für die Vorstellungen von Seiten der Behörden ausgesetzt waren. Selbst eine Teststation vor Ort war aufgebaut für alle Unverbesserlichen und Ignoranten, die sich entweder vorher nicht informiert hatten oder einfach schauen wollten, wie weit man das Chaos herausfordern kann. Selbst da lösten sich die Warteschlangen relativ schnell auf. Auch muss ich die Zuschauer loben, die sich durchweg diszipliniert verhalten haben und den Anweisungen des Personals gefolgt sind. Die Abwicklung im Silver Saloon klappte auch prima. Also, es geht doch, wenn der Veranstalter ein tragfähiges Konzept vorweisen kann, an das sich alle Beteiligten halten. Ich meine, das muss einmal deutlich herausgestellt werden; auch ein Hinweis an alle Krümelsucher, die auch jeden vermeintlichen Stecknadelkopf im größten Heuhaufen entdecken möchten...
Man kann nur hoffen, dass bis zum kommenden Juni hinsichtlich CORONA wieder weitgehend Normalität eingekehrt ist und ein derartiger Aufwand auf allen Seiten obsolet geworden ist!