May's Dakotatraber gibts noch

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Marlies
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May's Dakotatraber gibts noch

#1 Beitrag von Marlies »

Zweimal erwaehnt Karl May den Dakota-Traber, das erste Mal im Roman ‘Auf der See gefangen’ und das zweite Mal im ‘Winnetou IV’.

Das erste mal heisst es: ‘Er saß auf einem widerspenstigen Dakota-Traber[…]’; das zweite mal: ‘[…]jene ausdauernden Dakotatraber, die es jetzt nicht mehr gibt. Sie wurden von einigen nördlichen Indianerstämmen gezüchtet und erreichten durch ihre ununterbrochene Stetigkeit mehr, als man selbst mit dem besten Renner erreicht.’

Der Ausdruck ‘Traber’ scheint bei May ein genereller ‘Westmann-Ausdruck’ fuer ‘Pferd’ zu sein.

George Catlin hat in 1833 schon ueber ‘wilde’ Indianerpferde bei den Sioux im heutigen North Dakota geschrieben, sie auch gezeichnet und gemalt.

Weiter beschreibt May Leo und Fred Benders' Pferde: ‘Fliegenschimmel, doch nicht etwa schwarz und weiß, sondern schwarz und rotbraun gefleckt, eine ganz einzige, höchst vornehme Farbe,’ wahrscheinlich auf den Dakota-Traber Beitrag in der Zucht hinweisend.
So etwa wie die: https://www.nokotahorse.org/nokotareg-history.html
oder en Francais: http://www.nokota-ranch.com/?page_id=14
Man sehe Sitting Bull's Zeichnung seines blauen Pferdes.
Noch ein blaues 'war horse' eines Lakota chiefs, gezeichnet von chief No Two Horns, ein Cousin von Sitting Bull: https://www.notesfromthefrontier.com/po ... t-warhorse

Stichelhaarige Rappen oder Mohrenkopfschimmel wie die:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stichelha ... Horses.jpg

Und die ‘ununterbrochene Stetigkeit’, waere der Gang eines ‘Gangpferdes’ - in diesem Fall der ‘Indian Shuffle’.

Die ‘Indianerpferde’ vom Little Missouri River in den Badlands mussten weg wegen dem Theodore Roosevelt Park; eine kleine Herde der wilden Indianerpferde wurde unabsichtlich eingeschlossen, konnten nie gefangen werden und seit 1980 heissen die nun ‘Nokota Horse’ - kurz fuer NOrth daKOTA.

Das Gen fuer Stichelhaarige Rappen oder Mohrenkopfschimmel (blue roan / bleu rouan) ist sehr selten in allen anderen Pferdearten; dominiert aber im Nokota Horse; das Nokota Pferd hat auch den ‘Indian Shuffle’ Gang - eine vornehme Farbe und ununterbrochene Stetigkeit.

Peter Polter’s widerspenstiger Dakota-Traber kann durchaus ein halb-wildes Indianerpferd von west North Dakota gewesen sein. (Frei nach Catlin).

(In meiner Uebersetzung brauchte ich den ‘Leopard Appaloosa’ fuer May’s ‘Fliegenschimmel’, da May die Pferde von Leo und Fred Bender beschreibt, welche von Winnetou’s Hatatitla und Iltschi, und von Apanatschka’s Schecken UND dem Dakota-Traber stammen.)

Moorenkopfschimmel/stichelhaariger Rappen heisst auf english 'Blue Roan', auf franzoesisch 'bleue rouan'. Die Hunkpapa der Lakota waren beruehmt fuer blaue Kriegspferde.

'Nokota Horse' kommt in 2 Typen, im ''Spanish Mustang' oder 'Spanish Colonial' Typ, und im robusteren 'Ranch Horse' Typ.

Fuer mich ohne Zweifel; die Vorfahren des heutigen 'Nokota Horse' - oder besser, die ueberlebenden 'wild Indian horses' als das 'Nokota Horse', sind May's Dakota-Traber/Dakotatraber.

Cheers
Marlies

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