Erich Wulffen und Karl May

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Günther Wüste
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Erich Wulffen und Karl May

#1 Beitrag von Günther Wüste »

Empfehlung grade wieder gelesen
Frohe Ostern
Günther Wüste

Erich Wulffen „Karl Mays Inferno“

Nun ist sie endlich da die geheimnisvolle Biographie zu Karl Mays Leben und Straftaten.
Es handelt sich um eine schonungslose Abrechnung mit Karl May als Straftäter. Anders gedacht als
Klara May und Doktor Euchar Albrecht Schmid vom Karl-May-Verlag es wollten. Nichts wird
beschönigt und Karl May war voll zurechnungsfähig in seinem Tun. Kerzenentwendung war
Diebstahl. Uhrendiebstahl weiter im Dunkeln, Wulffen bezeichnet die Vorgänge in Mays Biographie „Mein Leben und Streben“ als unwahr wie er sie schildert. Für eine Krankheit der Art die sich Pseudologia phantastica (Krankhaftes Lügen) oder Mythomanie (ist die systematische Tendenz eines Menschen zu lügen und fabulieren, ohne dass es ihm tatsächlich bewusst wird ) sieht er keine Anzeichen. Nach seiner späteren Wesensart lassen sich eher Gutmütigkeit, Gemütlichkeit ja Harmlosigkeit, ja Offenheit schließen. Wulffen erwähnt Sascha Schneider und Selmar Werner als Freunde von Karl May als wesensgleich mit ihm. Er schreibt zu Sascha Schneider: „So erscheinen viele seine Bilder zu abstrakt und vermögen den Beschauer nicht zu erwärmen. Ähnliches haben wir ja in Karl Mays Schrifttum festzustellen gehabt....Mays Erzählungen sind auffälligerweise unerotisch, seine Frauengestalten sind schattenhaft, seine Objekte sind Männer (S. 204) Am Schluss behandelt er noch die Weltliteratur und versucht etwas gleichartiges in der Weltliteratur zu finden das Dichter und Verbrecher im Einklang bringt. So in groben Zügen Wulffens Inferno mit Aktenauszügen, Briefen und weiteres Material zu Karl May. Das Originalmanuskript 1931/32 vernichtet als Abschrift erhalten. Erich Wulffen als Klaras May Freund mit Mithilfe von Aktenvernichtung zu Mays Straftaten zum unversöhnlichen Gegner der Frau die das Erbe ihres Mannes als falsch verstand !

Erich Wulffen Karl Mays Inferno Eine kriminalpsychologische Biografie. Mit unbekannten Materialien Briefen von Erich Wulffen, Klara May und Euchar Albrecht Schmid, herausgegeben und kommentiert von Albrecht Götz von Olenhusen und Jürgen Seul unter Mitarbeit von Sigrid Seltmann

Das Buch umfasst 480 Seiten erschienen im Karl-May-Verlag. Ausstattung und Inhalt lassen keine Wünsche offen. Gliederung des Buches ist folgende:

I. Karl Mays Inferno und das Dilemma seines Biografen, Seite 5-47
II. Erich Wulffen: Karl Mays Inferno (1928), S. 48-228
III. Briefwechsel zur Entstehungsgeschichte von Karl Mays Inferno, S. 229-435
IV. Epilog
V. Zeittafel
VI. Personenregister
VII. Literaturverzeichnis
VIII. Abbildungsverzeichnis

Der Briefwechsel zwischen den einzelnen Parteien ist hochintressant und und liefert ein genaues Bild der Charakter von Erich Wullfen, Klara May und E. A. Schmid. Auch andere Personen wie ludwig Gurlitt kommen zu Wort. Da ist von freundschaft die rede, vom Krankenbesuch am Schluss von Hass und Abneigung. Aber man lese selber auch für den Forscher bringt es manches Neues.

Zum Schluss noch eine Bemerkung zu den Karl May Forschern die auf S. 438 erwähnt werden. Wer das Buch in der Hand hält wird begeistert sein von der Fülle des Materials das es enthält. Zu Loben ist jeder der daran mitgewirkt hat. Zu kritisieren sind alle die „Wie Fafnir auf dem Nibelungenhort“ auf ihre Schätze sitzen , sei es Briefe oder Erzählungen. Sie stellen sich das Buch ins Regal zu ihren Schätzen und denken dabei nicht an das Gemeinwohl der Anderen. Dem Karl-May-Verlag sei gedankt für das erscheinen. Uns allen ein Karl-May-Abenteuer der anderen Art wie es nur das Leben schreiben kann. Es wäre schön wenn in dieser Art, wie von den Autoren gewünscht auch mal das Tagebuch von Klara May erscheint oder Eine Biographie zu ihr als
Würdigung eben Klara Mays Inferno. Ihr Leben und Streben zu Karl May.

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