Karl May Bücher vollkommen überteuert

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BiblioMan
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Re: Karl May Bücher vollkommen überteuert

#31 Beitrag von BiblioMan »

pokaimu hat geschrieben: 20. Apr 2022, 13:35 Mir liegt es gar nicht daran, hier irgendwie negativ zu unken. Im Gegenteil. Ich wünsche dem Karl-May-Verlag von Herzen, dass er Krisen übersteht und weiter existieren kann. Es wäre schlimm, wenn es eine solch lange Tradition nicht mehr gäbe. Aber ich befürchte, mit Preiserhöhungen alleine wird sich das nicht ausgehen.
Realitäten sind Realitäten. Wenn immer weniger Menschen neue (!) KM-Bücher kaufen, dann werden die Auflagen kleiner und der Preis steigt. Mit dem steigenden Preis sinken die Verkaufszahlen weiter. Das ist ein Teufelskreis, der nur auf zwei Arten durchbrochen werden kann:
1. Man gibt auf. Das muss nicht gleich das Ende des Verlags bedeuten, wird aber damit beginnen, dass bestimmte Titel gar nicht mehr nachgedruckt werden. 96 Bände, die täglich lieferbar sind (so sind wir es sehr lange gewöhnt), sind dann Geschichte.
2. Man versucht, den Preis durch andere Maßnahmen wieder zu drücken. Das geht nur durch Einsparungen beim Material. Das wäre dann das Ende von Leinwand mit Goldprägung, ein Rückzug auf Pappbände (was in den frühen 20er-Jahren schon mal der Fall war) oder gar auf Taschenbücher.
3. Der Vollständigkeit halber sei noch eine dritte Möglichkeit genannt, nämlich die, dass ein Wunder eintritt und die Leute plötzlich wieder Karl May kaufen wie in den 60er-, 70er- und 90er-Jahren. Wird nicht eintreten. Man darf sich freuen, wenn's doch so kommt, aber man sollte auf die trübe Hoffnung kein Geschäftsmodell aufbauen.

HGS
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Re: Karl May Bücher vollkommen überteuert

#32 Beitrag von HGS »

2. Man versucht, den Preis durch andere Maßnahmen wieder zu drücken. Das geht nur durch Einsparungen beim Material. Das wäre dann das Ende von Leinwand mit Goldprägung, ein Rückzug auf Pappbände (was in den frühen 20er-Jahren schon mal der Fall war) oder gar auf Taschenbücher.
Wie ich finde, ein gangbarer Weg! Der Sammler würde über Auktions - und Kleinanzeigenportale immer wieder sein Glück finden. Neue Leser wird die Aufmachung vermutlich nicht wirklich interessieren. Man kann zukünftige Auflagen ja dennoch in Grün und Gold halten. Oder aber, wie schon jetzt bei einigen Sonderbänden, einfach zwei Varianten anbieten. Ein mal Pappe, einmal klassisch zu einem höheren Preis und ggf. als limitierte Auflage.

Allerdings haben wir die Situation ja heute schon zum Teil so, ohne das sich preislich wirklich viel tut. Als Beispiel die "Tramps vom Kansas River" aus der Pastiche-Reihe: Preis aktuell 24 €, zukünftig 25 € als laminierter Pappband mit Gold-Veredelung bei 320 Seiten. Wenn ich den Preis für eine "minderwertigere" Ausgabe betrachte, erscheint mir als Beispiel "Das Rätsel von Miramare - Sonderedition "Carl-Heinz Dömken", wo die Auflage vermutlich ähnlich sein wird wie bei den Tramps vom Kansas River, mit 29 € in der Ganzleinenvariante und über 500 Seiten nahezu ein Schnäppchen zu sein.

Überhaupt scheint es doch so zu sein, dass gewisse Sonderausgaben mit Titelbildvarianten noch immer ein lohnendes Geschäft sein müssen. Ansonsten kann ich mir die Fülle an Ausgaben mit Titelbildvarianten kaum erklären. Mein Bauchgefühl sagt mir hier auch, dass die Auflage zwischen 100 und 500 liegen müssten. Mehr wird es wohl kaum sein. Preislich sind die Auflagenstärkeren Bände dann aber kaum mehr zu erklären.

LG

BiblioMan
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Re: Karl May Bücher vollkommen überteuert

#33 Beitrag von BiblioMan »

Dass sich die Bücher aus der Abteilung Nachahmer und Fortsetzer schlechter verkaufen als Karl May und daher teurer sein müssen, dürfte eigentlich klar sein. Insofern hinkt Ihr Vergleich. Solange "Karl May's Gesammelte Werke" einen Einheitspreis haben (unabhängig von Auflage und Umfang), ziehen die Renner die Penner mit durch. Allein diese Quersubventionierung hat es ermöglicht, die komplette Reihe lieferbar zu halten. Wenn Sie nun verlangen, dass die Bestseller der Reihe preiswerter sein müssten, wäre das der Tod der schlechter laufenden Titel, denn die müssten dann so teuer werden, dass sie niemand mehr kauft.

HGS
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Re: Karl May Bücher vollkommen überteuert

#34 Beitrag von HGS »

BiblioMan hat geschrieben: 22. Apr 2022, 09:24 Dass sich die Bücher aus der Abteilung Nachahmer und Fortsetzer schlechter verkaufen als Karl May und daher teurer sein müssen, dürfte eigentlich klar sein. Insofern hinkt Ihr Vergleich. Solange "Karl May's Gesammelte Werke" einen Einheitspreis haben (unabhängig von Auflage und Umfang), ziehen die Renner die Penner mit durch. Allein diese Quersubventionierung hat es ermöglicht, die komplette Reihe lieferbar zu halten. Wenn Sie nun verlangen, dass die Bestseller der Reihe preiswerter sein müssten, wäre das der Tod der schlechter laufenden Titel, denn die müssten dann so teuer werden, dass sie niemand mehr kauft.
Wenn man sich die Auflagen der, nur als Beispiel, Lindeberg Editionen ansieht (zwischen 100 und 300), kann ich mir nicht vorstellen das die Pastiche Romane darunter liegen. Von daher hinkt der Vergleich nicht.
Zu den "Pennern": Die kauft doch heute vermutlich eh kaum jemand. Es müsste schon eine neue "Sammlergeneration" heranwachsen, welche neben den Klassikern tatsächlich noch Spätwerk und Co kaufen. So sehr ich mir dies auch wünsche, so unwahrscheinlich ist es. Die "neue" Generation wird sich, wenn überhaupt, auf Winnetou und Co und ggf. auf die Orientgeschichten stürzen. Was auch verständlich ist.
Und ich verlange ja gar keine Preisreduzierung. Wenn man aber zukünftig vom Leineneinband als Standard sich verabschiedet und stattdessen den Pappeinband wählt, könnte man die Preise vermutlich reduzieren. Die grünen Leinen könnte man zusätzlich für Liebhaber anbieten. Natürlich zu einem deutlich höheren Preis. Wir müssen uns hier auch nichts vormachen. Ein gebundenes Buch für 30 € auf dem Markt zu halten, wird unsagbar schwer.

Stefan T.
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Re: Karl May Bücher vollkommen überteuert

#35 Beitrag von Stefan T. »

HGS hat geschrieben: 22. Apr 2022, 10:32 (...)Wenn man aber zukünftig vom Leineneinband als Standard sich verabschiedet und stattdessen den Pappeinband wählt, könnte man die Preise vermutlich reduzieren. Die grünen Leinen könnte man zusätzlich für Liebhaber anbieten. Natürlich zu einem deutlich höheren Preis.(...)
...und bei den Sonderbänden ist das ja schon etabliert.
Das wäre wahrscheinlich wirklich eine Lösung.
Wobei die Pappbände aber schon deutlich günstiger als die aktuellen Leinenausgaben sein sollten.

Martin
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Re: Karl May Bücher vollkommen überteuert

#36 Beitrag von Martin »

Hat man für die Dömken- und Lindeberg-Sonderbände nicht mehr oder weniger auf Blöcke der "normalen" Ausgabe zurückgegriffen (eventuell gab es im ersten Bogen Abweichungen mit dem Hinweis auf den Titelzeichner, was ich aber gerade nicht prüfen kann) und auch bereits vorhandene Präger verwendet? Wenn die "Zusatzproduktion" sich mehr oder weniger auf das Drucken und Aufkleben eines alternativen Titelbildes beschränkt, dürften die Kosten gegenüber einem komplett neuen Sonderband auch bei niedrigerer Auflage geringer sein.

BiblioMan
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Re: Karl May Bücher vollkommen überteuert

#37 Beitrag von BiblioMan »

Genau so ist das, Martin, und deshalb sticht das Argument von HGS auch nicht.

mich
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Re: Karl May Bücher vollkommen überteuert

#38 Beitrag von mich »

Nur mal so am Rande. Karl May & Co. kostet aktuell als EInzelheft statt 9,50 EUR nun 11,50 EUR. Im Abo 10,50 EUR.

Michael

HGS
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Re: Karl May Bücher vollkommen überteuert

#39 Beitrag von HGS »

Moin.
Kann nicht sein. Sogar die Buchrücken bei Lindeberg und Domken sind anders, da ohne Nummerierung. Nur eine Anderung des Titelbildes ist es also nicht.

BiblioMan
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Re: Karl May Bücher vollkommen überteuert

#40 Beitrag von BiblioMan »

Nein. Aber es stimmt, dass es immer Blocks aus der laufenden Produktion sind. Bei der Rückenprägung wird gelegentlich die Bandnummer durch die Zelte ersetzt. Es gibt auch Bände, bei denen der Präger für das Rückenschild ausgewechselt wird. Dann sind die Sonderausgaben aber teurer. Woher ich das weiß? Ich habe sie alle hier und bezahlt.

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